Ein Trauma – oder eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS, engl. PTSD) – kann entstehen, wenn ein Mensch extrem belastende oder bedrohliche Ereignisse erlebt, etwa Missbrauch, Vergewaltigung, schwere Unfälle, Krieg oder Naturkatastrophen. Auch medizinische Ausnahmesituationen, wie ein Aufenthalt auf der Intensivstation, eine sehr schwierige Geburt oder der Verlust von nahestehenden Personen können traumatisierend sein.
Gemeinsam ist diesen Erfahrungen, dass sie mit starker Angst, Hilflosigkeit oder Ohnmacht verbunden sind und das eigene Leben oder die seelische Integrität ernsthaft bedroht war.
Bei einer PTBS kommt es häufig zu einem Wiedererleben des traumatischen Geschehens. Erinnerungen, Bilder oder Gefühle können plötzlich auftauchen und werden oft durch sogenannte Trigger ausgelöst – Reize oder Situationen, die an das Trauma erinnern. Begleitend treten unter anderem Schlafstörungen, Albträume, Konzentrationsprobleme, sozialer Rückzug und körperliche Beschwerden auf. Auch Kinder und Jugendliche können betroffen sein; in meiner Praxis arbeite ich jedoch ausschließlich mit Erwachsenen.

Narrative Expositionstherapie (NET)
Die Narrative Expositionstherapie (NET) ist ein wirksames, wissenschaftlich fundiertes Verfahren zur Behandlung von Menschen, die schwerwiegende traumatische Erfahrungen gemacht haben. Dazu zählen unter anderem organisierte Gewalt, Folter, Kriegserlebnisse, sexuelle Gewalt sowie körperliche oder seelische Kindesmisshandlung.
Traumatische Erinnerungen sind häufig nicht wie normale Erinnerungen abgespeichert. Sie drängen sich ungewollt auf, lösen intensive Gefühle aus und vermitteln das Erleben, als würde das Geschehen im Hier und Jetzt erneut stattfinden. NET setzt genau hier an.
In einem geschützten therapeutischen Rahmen wird die eigene Lebensgeschichte Schritt für Schritt erzählt und gemeinsam eingeordnet. Belastende Erfahrungen bekommen einen Platz im zeitlichen Zusammenhang des Lebens, wodurch ihre überwältigende emotionale Kraft nachlassen kann.
Eine NET-Sitzung dauert mindestens zwei Stunden. Diese Zeit ist notwendig, um Sicherheit, Stabilität und Tiefe zu ermöglichen. Studien zeigen, dass bereits wenige Sitzungen ausreichen können, um eine deutliche Entlastung, mehr innere Ordnung und ein Gefühl von Kontrolle über das eigene Erleben zu erreichen.
NET bedeutet: Nichts wegdrücken zu müssen, sich dem Erlebten im eigenen Tempo zu nähern und dabei nicht allein zu sein.
Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen (EMDR)
Eine weitere gut erforschte und bewährte Methode in der Traumatherapie ist EMDR (Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen
Eye Movement Desensitization and Reprocessing).
Die Methode wurde Ende der 1980er-Jahre von der US-amerikanischen Psychologin Francine Shapiro entwickelt und wird heute weltweit in der Traumatherapie eingesetzt.
Bei der EMDR-Therapie werden belastende Erinnerungen mithilfe bilateraler Stimulation bearbeitet, zum Beispiel durch geführte Augenbewegungen oder akustische Reize im Wechsel von links und rechts. Diese rhythmische Stimulation unterstützt das Gehirn dabei, traumatische Erfahrungen neu zu verarbeiten und emotional zu integrieren. Vereinfacht gesagt wird ein natürlicher Verarbeitungsprozess angeregt, der durch das Trauma blockiert war.
Viele Betroffene berichten, dass innere Bilder an Intensität verlieren, Gefühle deutlich abklingen und sich mehr innere Ruhe, Distanz und Stabilität einstellt. Erinnerungen bleiben zwar abrufbar, fühlen sich jedoch weniger überwältigend an.
Eine Einführung in die bilaterale Stimulation finden Sie auf Spotify unter dem Titel
„Der Weg aus der Posttraumatischen Belastungsstörung“.
Diese Angebote dienen der Orientierung und Information und ersetzen keine therapeutische Behandlung.
In einer Partnerschaft gibt es Phasen, in denen Gespräche schwerfallen, Konflikte sich wiederholen oder Nähe verloren geht. Paartherapie bietet einen geschützten Rahmen, um innezuhalten, einander neu zuzuhören und wieder in Beziehung zu treten.
Meine Arbeit in der Paartherapie ist humanistisch und personzentriert ausgerichtet. Im Mittelpunkt stehen nicht Techniken oder Bewertungen, sondern das Erleben beider Partner:innen, ihre Beziehungsgeschichte und die Bedeutung, die sie füreinander haben.
Konflikte entstehen häufig dort, wo wichtige Bedürfnisse nach Nähe, Sicherheit oder Selbstständigkeit berührt werden. In der Paartherapie geht es darum, diese inneren Beweggründe sichtbar zu machen – ohne Schuldzuweisungen.
Paare erhalten Raum für:
das Aussprechen von Gefühlen
das Verstehen eigener Reaktionsmuster
das Wahrnehmen der Perspektive des anderen
einen respektvollen, entschleunigten Dialog
So kann sich wieder ein Gefühl von Verbundenheit entwickeln.
In der Online-Paartherapie arbeite ich zeitweise mit zwei getrennten virtuellen Räumen. Das bedeutet, dass beide Partner:innen zwischendurch jeweils einen eigenen Raum haben.
Dieses Vorgehen hat wichtige Vorteile:
Jede Person kann Gedanken und Gefühle zunächst für sich klären
Emotionale Überforderung und Eskalationen werden reduziert
Beide Partner:innen erhalten gleich viel Raum und Aufmerksamkeit
Das anschließende gemeinsame Gespräch wird ruhiger und klarer
Nach diesen Einzelphasen kommen beide wieder in den gemeinsamen Raum zurück. Dadurch entstehen Gespräche, die von mehr Selbstwahrnehmung, Offenheit und gegenseitigem Verständnis getragen sind.
Paartherapie unterstützt Paare dabei, festgefahrene Muster zu erkennen und neue Wege im Miteinander zu finden. Sie kann hilfreich sein bei:
wiederkehrenden Konflikten
emotionaler Distanz
Kommunikationsschwierigkeiten
wichtigen Entscheidungen in der Beziehung
Ziel ist es, die Beziehung bewusster zu gestalten und einen Weg zu finden, der beiden Partner:innen gerecht wird.
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist ein psychotherapeutischer Ansatz, der davon ausgeht, dass Gedanken, Bewertungen und innere Überzeugungen einen wesentlichen Einfluss auf Gefühle, körperliche Reaktionen und Verhalten haben. Nicht allein äußere Situationen bestimmen unser Erleben, sondern vor allem die Art und Weise, wie wir sie innerlich wahrnehmen und einordnen.
Der Begriff kognitivbedeutet „erkennen“. In der kognitiven Therapie geht es darum, eigene Gedankenmuster bewusst wahrzunehmen und zu verstehen, wie sie das Erleben im Alltag beeinflussen. Viele Gedanken laufen automatisch ab, ohne dass sie bewusst reflektiert werden, können jedoch Stress, Angst oder Unsicherheit verstärken.
Die KVT geht davon aus, dass solche Denk- und Verhaltensmuster im Laufe des Lebens erlernt wurden – etwa durch frühe Erfahrungen, wiederholte Belastungen oder Anpassungsleistungen. Entsprechend können sie auch verändert oder erweitert werden, wenn sie heute nicht mehr hilfreich sind. Dabei geht es nicht um „positives Denken“, sondern um das Prüfen, Einordnen und Relativieren eigener Gedanken.
Typisch für die kognitive Verhaltenstherapie ist ein strukturierter und transparenter Arbeitsstil. Häufig werden klar umrissene Themen bearbeitet, zum Beispiel Ängste, depressive Gedanken, anhaltender Stress oder belastende Gewohnheiten. Ein wichtiger Bestandteil ist die Eigenarbeit zwischen den Sitzungen, etwa durch Beobachtungsaufgaben, Reflexionsfragen oder kleine Übungen für den Alltag.
In meiner therapeutischen Arbeit steht die kognitive Verhaltenstherapie nicht im Mittelpunkt. Ich nutze einzelne kognitive und verhaltenstherapeutische Methoden ergänzend, wenn sie dabei helfen können, Klarheit zu gewinnen, innere Abläufe besser zu verstehen oder Handlungsspielräume zu erweitern. Dabei arbeite ich unter anderem mit ausgewählten Materialien der Plattform Psychology Tools sowie mit Arbeitsmaterialien aus dem Beltz-Verlag.
Neurodivergenz
Neurodivergenz beschreibt die verschiedenen Arten, wie Menschen die Welt wahrnehmen, fühlen und denken. Sie umfasst neurologische Merkmale wie ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung), Hochsensibilität (HSP) und Autismus.
Diese Unterschiede sind keine Störungen, sondern Ausdruck der natürlichen Vielfalt menschlicher Gehirnfunktionen. Es sind keine Defizite, sondern individuelle Varianten des Erlebens.
Oft erkennen Erwachsene – insbesondere Frauen – erst spät, dass ihre Wahrnehmung und ihr Verhalten durch neurodivergente Merkmale geprägt sind. Ein Leben lang haben sie sich angepasst, um den gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen. Doch diese Anpassung geht häufig mit innerer Erschöpfung und dem Gefühl, „anders“ zu sein, einher. Das späte Erkennen kann eine befreiende Wendung darstellen: Es eröffnet die Möglichkeit, sich selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren.
Neurodivergenz im Fokus
ADHS, Hochsensibilität und Autismus
ADHS: Menschen mit ADHS erleben oft Herausforderungen bei der Konzentration, Impulsivität und innerer Unruhe. Die schnelle Anpassung an äußere Anforderungen kann zu Stress führen, aber auch zu besonderen Stärken wie Kreativität und Flexibilität.
Hochsensibilität (HSP): Hochsensible Menschen nehmen ihre Umwelt besonders intensiv wahr. Reize, Emotionen und zwischenmenschliche Beziehungen können sie stärker belasten. Umso wichtiger ist es, ein Umfeld zu schaffen, das ihre Bedürfnisse berücksichtigt.
Autismus: Autistische Menschen erleben die Welt auf eine einzigartige Weise. Sie nehmen Reize und soziale Interaktionen oft anders wahr, was zu Missverständnissen führen kann. Das späte Erkennen von Autismus ermöglicht es, die eigenen Bedürfnisse besser zu verstehen und zu akzeptieren.
Therapeutische Begleitung für Erwachsene mit neurodivergenten Merkmalen
In meiner therapeutischen Arbeit begleite ich Erwachsene, die spät erkennen, dass sie neurodivergente Merkmale haben. Der Fokus liegt auf ADHS, Hochsensibilität und Autismus. Menschen, die mit neurodivergenten Ausprägungen leben, stehen häufig vor der Herausforderung, sich an eine Welt anzupassen, die ihre Wahrnehmung und ihre Bedürfnisse nicht immer berücksichtigt. Oft geht dies mit einem Gefühl der Überforderung und Erschöpfung einher.
Meine therapeutische Haltung ist personzentriert und einfühlsam. Ich schaffe einen sicheren Raum, in dem neurodivergentes Erleben nicht verändert oder korrigiert werden muss, sondern verstanden und angenommen werden darf. In diesem Raum ist Platz für die persönliche Entfaltung, ohne dass das Gefühl entsteht, „anders“ oder „falsch“ zu sein.
Therapie kann dabei helfen, die inneren Zusammenhänge besser zu verstehen und Selbstakzeptanz zu entwickeln. Besonders wichtig ist es, einen Umgang mit Reizen, Emotionen und Anforderungen zu finden, der zur eigenen neurodivergenten Struktur passt. Ich unterstütze Sie dabei, Ihre Stärken zu erkennen und zu lernen, wie Sie in Ihrem Alltag besser mit den Herausforderungen umgehen können.
Ziel der Therapie ist es nicht nur, „zu funktionieren“, sondern ein Leben zu gestalten, das Ihren einzigartigen Bedürfnissen gerecht wird. Gemeinsam finden wir Wege, mit der Reizüberflutung des Alltags umzugehen, Selbstregulation zu erlernen und gesunde Grenzen zu setzen.
Fazit
Neurodivergenz ist eine Bereicherung des menschlichen Erlebens. Wer ADHS, Hochsensibilität oder autistische Merkmale in sich trägt, bringt eine andere Perspektive in die Welt. In der Therapie geht es nicht darum, diese Unterschiede zu korrigieren, sondern sie zu verstehen und zu integrieren. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass Sie Ihre einzigartigen Stärken leben und sich selbst besser verstehen – in einem Raum, der Ihre Bedürfnisse und Ihre Vielfalt respektiert.



Eine Online-Therapie unterscheidet sich inhaltlich nicht von einer klassischen Face-to-Face-Therapie bei einer psychologischen Psychotherapeutin bzw. einem psychologischen Psychotherapeuten.
Der therapeutische Prozess bleibt derselbe – lediglich der Rahmen ist digital.. Die Gespräche finden per Video in einem geschützten virtuellen Raum statt. So entsteht auch online eine tragfähige, vertrauensvolle therapeutische Beziehung.
Unter dem Begriff „Online-Therapie“ werden häufig unterschiedliche internetbasierte Angebote zusammengefasst. Wenn Sie mehr über Formen, Möglichkeiten und Rahmenbedingungen erfahren möchten, lesen Sie hier weiter..
Besonders für einen Notfall oder eine akute Krise, kann Online-Therapie sehr von Vorteil sein. Egal an welchem Ort Sie sich befinden – ein Gespräch kann ohne teils zusätzlich belastende Anreise und Reisekosten erfolgen.
Auch wenn Sie keine lange Anreise zu einer persönlichen Therapie-Sitzung haben, so können persönliche Lebensumstände (Kinderbetreuung, Panikstörungen) Patient*innen daran hindern zu einem persönlichen Termin zu reisen. Auch körperliche Behinderungen können ein Hindernis für einen persönlichen Termin darstellen. Online-Therapie ermöglicht also auch jenen, die aufgrund ihrer Lebensumstände weniger flexibel sind, eine Therapie zu machen.
Einige von Ihnen haben möglicherweise Bedenken, wie der persönliche Kontakt mit mir als Psychotherapeutin wohl sein wird, wenn er ohne körperliche Anwesenheit stattfindet. Die Forschung zeigt, dass es möglich ist, in der psychologischen Distanz-Behandlung eine gute und vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. Frühere Hilfsangebote mit Telefongesprächen kennen Sie ja sicher auch z.B. von der Telefonseelsorge.
Auch wenn Sie keine lange Anreise zu einer persönlichen Therapie-Sitzung haben, so können persönliche Lebensumstände (Kinderbetreuung, Panikstörungen) Patient*innen daran hindern zu einem persönlichen Termin zu reisen. Auch körperliche Behinderungen können ein Hindernis für einen persönlichen Termin darstellen. Online-Therapie ermöglicht also auch jenen, die aufgrund ihrer Lebensumstände weniger flexibel sind, eine Therapie zu machen.
Einige von Ihnen haben möglicherweise Bedenken, wie der persönliche Kontakt mit mir als Psychotherapeutin wohl sein wird, wenn er ohne körperliche Anwesenheit stattfindet. Die Forschung zeigt, dass es möglich ist, in der psychologischen Distanz-Behandlung eine gute und vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. Frühere Hilfsangebote mit Telefongesprächen kennen Sie ja sicher auch z.B. von der Telefonseelsorge.
* Wie wird die Qualität und Sicherheit einer Online-Therapie garantiert?
Internet-KVT (Kognitive Verhaltenstherapie) ist die Methode mit der größten Forschungsunterstützung für digitale Behandlungen. Deshalb benutze ich diese bewährte Form als Zusatz zur Personzentrierten Therapie. In solchen Fällen arbeite ich mit sog. Tools des Beltz-Verlages und einer englischen Firma; Psychologytools, die ihnen jeweils zugeschickt werden..
Bei der genutzten Verbindung über Alfaview, die ihren Server in Deutschland hat und anderen Online-Angeboten (s.o.) handelt sich um eine sichere "Ende-zu-Ende -Verschlüsselungen". Dies ist mittlerweile weit verbreitet. So auch die Alfaview-App die ich für Onlinegespräche verwende.
Grundsätzlich ist es sehr von Vorteil, wenn wir einander sehen können. Auch die Körpersprache, Gestik und Mimik können wichtige Teile der Kommunikation darstellen. Neben Video-Gesprächen biete ich aber auch therapeutische Unterstützung in Form von Telefonaten, Textnachrichten, Audio-Nachrichten oder Videoclips an.
Für die Online-Therapie brauchen sie lediglich eine stabile Internetverbindung und einen Raum in dem sie ungestört sprechen können. Ein Tipp ist gegebenenfalls, Kopfhörer zu nutzen und für Ruhe zu sorgen. Jegliches Therapie-Material, also auch alles, was Sie auf Ihrem Computer oder Handy schreiben, wie Übungen und Hausaufgaben, sollte ebenfalls gesichert vor dem Zugriff anderer sein.