THERAPIEGESCHICHTEN

Therapiegeschichten

Da liegt was in der Luft?

Ein Märchen von dem Mädchen, das Angst hatte arm zu sein

"Das können wir uns nicht leisten!"


Es war einmal”, so fangen ja alle Märchen an. Märchen die eine traurige Geschichte erzählen, die aber wie durch ein Wunder am Ende doch ein gutes Ende finden.

Es war einmal ein kleines Mädchen, das lebte in einer armen Familie. Sie hatten zwar ihr Auskommen, aber so richtig viel konnten sie sich nicht leisten. Trotzdem waren sie eigentlich ganz zufrieden, wenn da nicht die Mutter gewesen wäre, die immer wieder von einem besseren Leben  träumte und ncht zufrieden war.. Das wäre an sich nicht weiter schlimm gewesen, weil alle Menschen ja Träume haben. Aber sie hätte gerne gehabt, wenn der Vater ihr die Träume erfüllt hätte. Als sie heirateten las er ihr jeden Wunsch von den Augen ab und sie dachte, das das immer so weiter geht. Aber nun, mit den Kindern brauchte man mehr Geld und da mussten sie eben verzichten als Eltern. Das hat die Mutter aber nicht eingesehen und sie dachte, ihr Mann liebe sie nicht mehr. Darum versuchte sie immer wieder ihre Wünsche zu zeigen und ihn an die Träume zu erinnern. So fragte sie den Vater, ob er ihr nicht diesen oder jenen Wunsch erfüllen könne. Dieser aber antwortete dann : ”Das können wir uns nicht leisten.”

Das kleine Mädchen hörte das und es machte sie traurig weil die Mutter immer so traurig wurde, wenn der Vater diesen Satz sagte.  Was das wohl bedeuten mag? ”sich etwas nicht leisten zu können”. Sie wusste es nicht, sie merkte nur, dass es für die Mutter schwer zu ertragen war. Wir sind wohl eine arme Familie, dachte sie. Und weil sie arm waren, waren Vater und Mutter nicht glücklich. Da nahm sie sich vor, dass sie selbst niemals arm werden würde, sie wolle nämlich niemals unglücklich werden. Aber sie als Kind hatte doch alles, was sie zum Leben brauchte, also so arm waren sie wohl doch nicht. Verwirrend.


Viele Jahre später als sie schon einen Beruf hatte und selbst Geld verdiente passierte etwas Merkwürdiges: Ihren Vorsatz, niemals arm zu sein, hatte sie immer im Auge und als sich die Gelegenheit bot, durch eine Aktie ganz sicher mehr Geld zu haben, da dachte sie: jetzt wird es besser, jetzt hab ich es geschafft, jetzt kann ich mir bald das Glück leisten. Und sich etwas leisten können , das war das Glück. Mir kann nun nichts mehr passieren., dachte sie Die Aktie stieg und nun war es Wirklichkeit geworden: Sie wird nie mehr hören: "Das können wir uns nicht leisten:" Jetzt musste sie nur noch sehr gut aufzupassen,  dass das Geld nie verloren geht. Aber die Ruhe währte nicht lange. Bald dachte sie wieder, dass es vielleicht doch nicht reichen würde, dass sie also doch noch etwas mehr Geld brauchte, um sich sicher und glücklich zu fühlen. Sollte sie es nicht doch noch einmal probieren mit einer neuen Aktie, vielleicht kommt noch mal so eine Gewinn. Aber so recht wollte sie nicht daran glauben.


Sie war zerrissen, alle rieten ihr, es doch noch einmal zu probieren, es gäbe da ja ganz sichere Anlagen. Aber so viel sie auch wollte, es ging nicht.

Sie traute sich nicht einmal die Hälfte des Geldes wieder einzusetzen. Sie glaubte nicht daran, dass es klappen könnte. Sie dachte immer nur daran, dass sie wieder arm werden würde, wenn sie das Gewonnene anrühre, und dass sich dann dieser Satz wieder einschleichen würde: ”Das kann ich mir nicht leisten”, wo sie doch so viele Wünsche hatte. Sie sah sich schon bitterarm irgendwo auf einer Parkbank sitzen.


Plötzlich setzte sich im Geiste - oder in der Wirklichkeit (?) - eine gute Fee neben sie und sagte: ”Du brauchst keine Angst zu haben, das was Du hast ist sicher und das kann dir keiner mehr nehmen. Du hast einen guten Brruf und ein sicheres Einkommen.” Sie sprach ermutigend und geduldig weiter: "Geld ist nicht alles im Leben, Glück, Zufriedenheit, ein Leben mit einem lieben Menschen, Kinder, ein guter Beruf, der Dich zufrieden macht, das sind die wichtigen Dinge im Leben. Darauf kannst Du bauen, das ist Deine Sicherheit."


"So ! Nun kannst Du mit Deinem Geld machen was Du möchtest,"  sagte sie, "für Dein Glück spielt es keine Rolle. Aber ich kann verstehen, dass es dir mehr Sicherheit geben würde und Dich noch ruhiger machen würde."


Dann gab sie ihr eine Anweisung; "Setze die Hälfte Deines Gewinns ein und trau dich.? Und sie sprach weiter; "Aber nur wenn Du bereit bist, die Angst auszuhalten, dass du es verlieren könntest, dann wirst Du frei sein und das Geld wird zu Dir kommen wie ein Geschenk des Himmels." "Aber" sagte sie: "Du musst Dein Geld gut verwalten, Du musst es einsetzen, damit es andere Menschen und Dich glücklich macht. Wenn Du dazu bereit bist, dann werde ich meinen Zauberspruch anwenden und Du wirst immer so viel Geld haben, dass Du niemals und zu niemandem sagen musst: ”Das können wir uns nicht leisten”.


Sie tat wie ihr geheissen und siehe da, sie wurde zur "Goldmarie" und lebte glüclich mit ihren Kindern und Freunden bis ans Ende ihrer Tage. Und wenn sie nicht gestorben ist - so wie alle Märchen enden - dann lebt sie in Wohlstand und Glück.

- ENDE -